24-05-2015 14:43

Wirksamkeit von Bodenwarnleuchten an Fußgängerübergängen der Stadtbahn


In den vergangenen Jahren ereigneten sich in Köln immer wieder schwere Unfälle an signalisierten Fußgängerübergängen über die Gleisanlagen der Stadtbahn. Die Gründe für Unfälle mit überquerenden Fußgängern oder Radfahrern an diesen Stellen sind dabei vermutlich u. a. in mangelnder Aufmerksamkeit, z. B. durch Telefonieren oder Musikhören über Kopfhörer zu sehen.

Der Rat der Stadt Köln hatte daraufhin Ende 2011 beschlossen, im Rahmen eines Pilotprojektes ausgewählte Gleisüberquerungen mit LED-Bodenwarnelementen auszurüsten. Daraufhin hat die Kölner-Verkehrs-Betriebe AG (KVB) die wissenschaftliche Begleitung des Projektes ausgeschrieben. Die STUVA konnte sich mit ihrem vorgelegten Untersuchungskonzept im Ausschreibungsverfahren durchsetzen und wird bei ihrer Arbeit vom Büro für Forschung, Evaluation und Entwicklung (bueffee GbR) aus Wuppertal unterstützt.

Der Einbau der LED-Bodenwarnelemente wurde an drei Standorten realisiert, die auf Vorschlag der STUVA und in enger Abstimmung zwischen der KVB und dem Amt für Straßen und Verkehrstechnik der Stadt Köln festgelegt wurden. Dabei wurden unterschiedliche örtliche und verkehrliche Rahmenbedingungen (z. B. Gestaltung der Überquerungsstelle, Anteil der Radfahrer, Struktur der maßgeblichen Personengruppen usw.) berücksichtigt, um Aussagen zur Wirksamkeit unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen treffen zu können.

Zunächst fand eine Voruntersuchung mit einer verdeckten Beobachtung von Fußgängern und Radfahrern sowie einer Befragung von Passanten und Stadtbahnfahrern statt, um das Verhalten der Überquerenden unter Berücksichtigung der charakteristischen Eigenschaften der Überquerungsstellen zu erheben. Nach Klärung technischer und rechtlicher Details wurde die neue Technik an den Übergängen eingebaut.

Gut sichtbare Bodenwarnelemente

Die Schaltung der Bodenwarnelemente erfolgt dabei jeweils parallel zur Schaltung der an den Übergängen installierten Fußgängerlichtsignalanlagen: nähert sich eine Bahn der Überquerungsstelle, wird Rotlicht angezeigt, ansonsten zeigt die Lichtsignalanlage kein Signal („Dunkelschaltung“). Mit dem neu installierten Bodenwarnsystem werden nun zeitgleich zur herkömmlichen Signalisierung die rot leuchtenden LED-Lichtpunkte aktiviert. Diese sind am Fußgängerübergang im Boden jeweils in Gehrichtung vor den Gleisen eingelassen. Durch zwei LED-Reihen mit unterschiedlichen Abstrahlwinkeln (flach über dem Boden sowie steil nach oben) sind die LED-Leuchten bereits von weitem, aber auch in unmittelbarer Nähe gut zu sehen. Durch den Einbau dieser Bodenwarnleuchten erhofft man sich, die Aufmerksamkeit der Fußgänger und Radfahrer auch bei einem zu Boden gerichteten Blick während der Gleisüberquerung zu erhöhen.

Nach einer Eingewöhnungszeit von etwa 4-6 Monaten nach dem Einbau erfolgt derzeit die Nachuntersuchung, um die Auswirkungen der Bodenwarnleuchten auf das Verhalten der Fußgänger und Radfahrer bei der Überquerung von Stadtbahngleisen zu analysieren. Mit Ergebnissen zur Wirksamkeit des Systems sowie Empfehlungen wird im Herbst 2015 gerechnet.


22.01.2014DRUCKEN