Deutscher Nahverkehrstag 2026 in Koblenz
Einer der Vortragenden auf dieser hochkarätig besetzten dreitägigen Veranstaltung ist Dr.-Ing. Dirk Boenke, langjähriger Bereichsleiter "Verkehr und Umwelt" bei der STUVA in Köln. Sein Vortrag trägt den Titel "Barrierefreie Bushaltestellen: Anspruch, Planungsrealität und ihre Folgen - Mehr Qualität und effizienter Ressourceneinsatz". Dr. Boenke wirkt in verschiedenen Gremien der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) und des DIN mit den Schwerpunkten Fußverkehr, ÖPNV und Barrierefreiheit an der Erarbeitung von Regelwerken mit. Er schult bereits seit vielen Jahren Planerinnen und Planer sowie Sicherheitsauditoren im Themenfeld Barrierefreiheit (Straßenräume, ÖPNV, Freiräume).
Als ausgewiesener Experte für den barrierefreien Verkehr weiß Dr. Boenke, dass gut gemeint dabei noch lange nicht gut gemacht bedeutet. Denn in der Praxis lassen sich an den umgebauten Haltestellen regelmäßig Defizite feststellen, die aufgrund der Erneuerungszyklen bei der Infrastruktur für viele Jahre und teils Jahrzehnte zementiert sind. Gut gemeint ist beispielsweise die Planung und Umsetzung von Haltestellenkaps, an denen die Haltekante allerdings aufgrund von nicht berücksichtigten Überständen oder falschen Längen für An- und Abfahrtbereiche von den Linienbussen nicht geradlinig angefahren werden kann. Bereits bei der noch häufig umgesetzten Regelhöhe von 18 cm für die Haltekante kommt es regelmäßig zu Havarien und Schäden an Bord und Fahrzeug. In der Folge fährt das Fahrpersonal die Haltestellenkanten mit einem Sicherheitsabstand an, wodurch der barrierefreie Ausbau ad absurdum geführt wird. Dr. Boenkes Vortrag wird die entscheidenden Problemstellen benennen und zur Diskussion anregen, wie der Einsatz von Personal- und Finanzmitteln effizient gelingen kann.
Der Kongress bietet mit bis zu 40 Ausstellern, über 130 Vorträgen und rund 900 angemeldeten Gästen eine große Vielfalt an thematischen Programmschwerpunkten und ein innovatives Vortrags- und Messekonzept. Unternehmen und Start-Ups wird die Möglichkeit geboten, ihre Angebote und Ideen einem breiten Fachpublikum zu präsentieren und ins Gespräch zu kommen. Viele Besucher und Besucherinnen halten der Veranstaltung seit Jahren die Treue. Gleichzeitig zieht es aber auch viele neue Gesichter zu der Veranstaltung.
Der gemeinsame Austausch steht beim Deutschen Städtetag absolut im Vordergrund. Die Diskussionsrunden, das legere freundschaftliche Miteinander, nicht zuletzt zwei gesellige Veranstaltungen zum Abschluss der Kongresstage tragen mit zu diesem fantastischen Gemeinschaftsgefühl bei. Zurecht wird der Deutsche Nahverkehrstag auch als „der Familientreff der Nahverkehrs-Branche“ bezeichnet.