Vollständige Barrierefreiheit im straßengebundenen ÖPNV

Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen

Früher als anderswo war in der Region des heutigen ZVBN die Zugänglichkeit zum ÖPNV für Rollstuhlfahrende vorangetrieben worden. So war die frühe Einführung der Niederflurtechnik bei Bussen und Straßenbahnen der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) ab Ende der 1980er Jahre Vorbild für andere Städte. Die konsequente Ausstattung von Fahrzeugen des Stadtverkehrs mit Liften („Bremer Weg“) trug ebenfalls zu einer weitestgehenden Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrende bei. In den anderen Städten und Regionen im Bedienungsgebiet des VBN wurden die Haltestellen für die barrierefreie Nutzung mit einer Rampe als fahrzeuggebundene Einstiegshilfe ausgebaut. Mit der Einführung des neuen Personenbeförderungsgesetzes 2013 stand der ZVBN wie andere Verkehrsverbünde vor der Aufgabe, eine möglichst vollständige Barrierefreiheit für möglichst alle mobilitätseingeschränkten Menschen herzustellen. Dazu galt es, neue einheitliche Standards zu entwickeln und insbesondere die Reststufe und den Restspalt bei den Fahrzeugen weitgehend zu minimieren. Die zu entwickelnden Standards sollten dabei die durch den „Bremer Weg“ bereits erlangte Qualität der Zugänglichkeit der Fahrzeuge des straßengebundenen ÖPNV der BSAG weiterhin sicherstellen.

Gemeinsam mit der STUVA wurden dafür zunächst die technischen und betrieblichen Rahmenbedingungen auf Grundlage geltender Vorschriften und aktueller Entwicklungsstände dargestellt und zukünftig einzuhaltende Standards für Fahrzeuge, Haltestellen und Fahrgastinformation beschrieben. Dabei wurden auch die Erkenntnisse der auf dem Betriebsgelände der BSAG vorhandenen Testhaltestelle berücksichtigt. Über technische Verbesserungen bei Türsystemen und Einstiegshilfen an den Bussen und Straßenbahnen hinaus wurden Konzepte für bessere Fahrgastinformationen mit leichter wahrnehmbaren Schriftarten und Schriftgrößen, visuellen Kontrasten und Farbgebung, aber auch Rahmenbedingungen für bedarfsgesteuerte Verkehre wie Anruflinientaxis (ALT) und Anrufsammeltaxis (AST) sowie Mobility-on-Demand-Verkehre entwickelt, die die neuen Möglichkeiten digitaler Medien (Smartphone mit entsprechenden Apps) sinnvoll nutzen.

Die im Laufe der Evaluierung zusammengetragenen zahllosen Verbesserungsvorschläge und Einzelmaßnahmen wurden von der STUVA in einem umfangreichen Schlussbericht zusammengestellt und dienen seither dem ZVBN als wertvolles Kompendium zur Herstellung einer vollständigen Barrierefreiheit.

Verkehr & Umwelt
Barrierefreier ÖPNV im ZVBN/VBN (Quelle: Dirk Boenke)
Auftraggeber
Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN)
Leistungszeitraum
2018
Standort
Bremen, Deutschland
Leistungen
  • Beratung

Weitere Projekte Verkehr & Umwelt