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DIN 4150-2 "Erschütterungen im Bauwesen; Einwirkungen auf Menschen in Gebäuden" wird überarbeitet.

Nach fast 20 Jahren wird die DIN 4150-2 überarbeitet. Im Auftrag des VDV ist von der STUVA der Lärmexperte Dr.-Ing. Friedrich Krüger im Ausschuss mit dabei.

Mechanische tieffrequente Schwingungen durch Bautätigkeiten stellen nicht nur für die Standsicherheit von Gebäuden eine Gefahr dar. Auch für die in betroffenen Gebäuden lebenden oder arbeitenden Menschen können solche Schwingungen schwerwiegende Folgen haben. Je nach Stärke, Häufigkeit und Dauer der Belastungen reichen die Auswirkungen von spontanen Stressreaktionen und Verminderung der Leistungsfähigkeit bis hin zu Schäden am Muskel-, Nerven- und Kreislaufsystem. Um diese Gefahren zu minimieren, wird die zulässige Stärke von Schwingungsemissionen in der DIN 4150-2 „Erschütterungen im Bauwesen; Einwirkungen auf Menschen in Gebäuden“ geregelt, die in ihrer heutigen Fassung aus dem Jahr 1999 stammt.

Der Beirat des Normenausschusses Bau hat sich jetzt dazu entschlossen, nach fast 20 Jahren diese Norm grundlegend zu überarbeiten und an die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse sowie den Stand der Technik anzupassen. Der grundsätzliche Aufbau der DIN 4150-2 mit in tabellarischer Form festgelegten Anhaltswerten für zulässige Erschütterungen soll aber nicht verändert werden. Die Werte dienen der Beurteilung von Erschütterungen in dem für den Menschen besonders kritischen Frequenzbereich von 1 bis 80 Hz. Neben der Frequenz spielen aber auch andere Faktoren eine wichtige Rolle. Deshalb werden die Anhaltswerte in der DIN 4150-2 auch festgelegt in Abhängigkeit von der Größe und Stärke der auftretenden Erschütterung, der Einwirkungsdauer, der Häufigkeit und Tageszeit des Auftretens und der Auffälligkeit (Überraschungseffekt) sowie der Art und Betriebsweise der Erschütterungsquelle.

Am 16. Juni 2018 fand die konstituierende Sitzung des Normungsausschusses beim DIN in Berlin statt. Im Auftrag des Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ist der erfahrene STUVA-Mitarbeiter Dr.-Ing. Friedrich Krüger als ausgewiesener Experte in den Ausschuss berufen worden. Krüger ist unter anderem für das Eisenbahnbundesamt als zertifizierter Gutachter in Verwaltungsverfahren für Schallschutz und Erschütterungen tätig und hat soeben für die U5-Strecke der Hamburger HOCHBAHN (1. Bauabschnitt Bramfeld bis City Nord) ein umfangreiches Sekundärschall- und Erschütterungsgutachten fertiggestellt.