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Lärmtechnische Bewertung des Acoustic Vehicle Alerting System (AVAS)

Elektrische Kraftfahrzeuge sind bei Geschwindigkeiten bis ca. 20 km/h deutlich leiser als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Damit liefern sie zwar einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Verkehrslärms, stellen aber gleichzeitig auch eine Gefahr für ungeschützte Verkehrsteilnehmer dar, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Insbesondere für Menschen mit sensorischen Einschränkungen erleichtert das seit Juli 2021 für alle elektrischen Fahrzeuge vorgeschriebene Acoustic Vehicle Alerting System (AVAS) die Wahrnehmbarkeit der leisen Fahrzeuge.

Im Auftrag des Umweltbundesamtes hat die STUVA gemeinsam mit dem Institut für Fahrzeugtechnik der TH Köln und dem ehemaligen Leiter des Referats Immissionsschutz der Senatsverwaltung für Umwelt in Berlin, Herrn Bernd Lehming, untersucht, wie das Lärmminderungspotenzial von Kraftfahrzeugen mit elektrischem Antrieb ausgeschöpft werden kann, ohne die Verkehrssicherheit einzuschränken. Dafür wurden zunächst die besonders gefährdeten Personengruppen und ihre Mobilitätseinschränkungen speziell im Zusammenhang mit der Wahrnehmung leiser Kraftfahrzeuge identifiziert und beschrieben.

Es wurden Daten zu Unfällen zwischen elektrisch angetriebenen Kraftfahrzeugen und dem Fuß- und Radverkehr auf nationaler und internationaler Ebene ausgewertet. Darüber hinaus wurden der rechtliche Rahmen sowie die technischen Anforderungen in Bezug auf das AVAS aufgearbeitet. Auf Basis zahlreicher nationaler und internationaler Studien wurde zudem untersucht, wie sich die akustische Wahrnehmbarkeit von E-Pkw und Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotor unterscheidet, welche Faktoren für die Fahrzeugwahrnehmung ausschlaggebend sind und welche Fahr- und Umgebungssituationen eine besondere Rolle bei der Wahrnehmbarkeit spielen können.

Abschließend wurden fahrzeugseitige, nutzerseitige und begleitende Maßnahmen identifiziert. Diese Maßnahmen wurden dahingehend bewertet, ob sie beispielsweise das derzeitige AVAS soweit ergänzen könnten, um das Geräusch gezielter (situativ) einzusetzen oder gar zu ersetzen. Bei der Bewertung wurden auch die Nutzerakzeptanz, die Marktreife sowie die Kosten berücksichtigt. Interessenvertretungen unterschiedlicher Fachrichtungen wurden über eine Befragung und einen Workshop in die Ergebnisfindung des Projekts eingebunden.

Die Untersuchung steht kostenlos über nebenstehenden Link zum Download zur Verfügung.

Wie leise dürfen elektrische Autos sein, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden?
Ansprechpartner
Dr.-Ing. Dirk Boenke
STUVA e.V.
+49 221 59795-20
+49 221 59795-50