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STUVA-YEP – Vorträge mit Exkursionen zu Baustellen des Projekts Stuttgart–Ulm

Nach dem ersten erfolgreichen Workshop zur Digitalisierung im Tunnelbau an der Ruhr-Universität Bochum trafen sich die Mitglieder des Forums for Young Engineering Professionals (STUVA-YEP) Mitte Oktober zu einem weiteren Treffen in Stuttgart. Zum Thema „Bahnprojekt Stuttgart-Ulm: Geologische Herausforderungen und deren Folgen für den Bauablauf der geplanten Tunnelbaumaßnahmen“ hatte die Porr Deutschland GmbH zu einer Vortragsreihe mit anschließender Exkursion eingeladen. Stuttgart 21 ist derzeit eines der europaweit größten Infrastrukturprojekte mit der Deutschen Bahn AG als Bauherr.

Über 50 Teilnehmer reisten aus ganz Deutschland an und fanden sich bereits am Vorabend zu einem Get-together in der Stuttgarter Innenstadt ein. Am nächsten Morgen startete das eigentliche Programm bei der Arbeitsgemeinschaft Tunnel Albaufstieg (Arge ATA) in Aichelberg. Nach einer kurzen Begrüßung durch einen Vertreter der Bauherrin sowie einer Vorstellung der Struktur und der Ziele des Forums begann die Vortragsreihe mit einer gemeinsamen Präsentation von Eva Humme, Ingenieurbüro Maidl & Maidl, und Christoph Caspari, Porr Deutschland GmbH.

Im Fokus des Vortrags standen die Untersuchungen eines Ringspaltmörtels, der speziell für die geologischen Randbedingungen des quellfähigen Gebirges im Fildertunnel entwickelt wurde. Anschließend referierte Klaus Hentschel, WBI GmbH über die Injektionsmaßnahmen, die im Tunnel Bad Cannstatt zur Begrenzung von Wasserzutritten im anhydritführenden Gebirge vorgenommen wurden. In einem dritten Vortrag wurden die Herausforderungen im Baubetrieb, die aus den notwendigen Injektionen im Anhydrit resultieren, von Flavio Piras, Renesco GmbH Abt. Marti Geotechnik, thematisiert. Am Beispiel des Tunnels Feuerbach stellte er die Entwicklungen hinsichtlich der Mechatronisierung, Automatisierung und Digitalisierung von Injektionsmaßnahmen vor.

Die in der Vortragsreihe dargestellten Herausforderungen in der Bauausführung konnten im Rahmen der anschließenden Exkursionen vor Ort betrachtet werden. Die Teilnehmer hatten dabei die Wahl zwischen einer Exkursion bei der Arge ATA und zwei Exkursionen bei der Arge ATCOST21. Bei der Baustelle der Arge ATA ist der Vortrieb der beiden circa 8,8 Kilometer langen Tunnelröhren des Boßlertunnels mit einer Tunnelvortriebsmaschine (TVM) abgeschlossen. Im Vordergrund der Führung standen daher die Besichtigung der Verbindungsbauwerke in ihren unterschiedlichen Herstellungsphasen sowie die logistischen Herausforderungen des Projektes. Der Blick auf den Bau der 485 Meter langen Filstalbrücke, die den Boßlertunnel und den Steinbühltunnel verbindet, war ein weiteres Highlight der Exkursion. Auf dem Abschnitt zwischen Portal- und Brückenbauwerk zeigte sich den Teilnehmern das Zusammenspiel der unterschiedlichen Gewerke. Die Gruppen, die zur Arge ATCOST21 fuhren, konnten zwischen einer Exkursion zur Vortriebsmaschine und einer Besichtigung der konventionellen Vortriebsabschnitte wählen. Die Exkursion führte die Jungingenieure durch eine Kaverne, in welcher die TVM nach der vollständigen Fertigstellung der Weströhre des Fildertunnels gewendet wurde. Die TVM befindet sich momentan im Aufbau, daher hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, die Maschine detailliert zu erkunden. Der Höhepunkt der Führung war für die Jungingenieure die Begehung der Abbaukammer mit Blick auf das Schneidrad. Die Exkursion zu den konventionellen Abschnitten führte zu den Vortrieben Ober- und Untertürkheim. In einer der Tunnelröhren wurde während der Exkursion die Spritzbetonaußenschale der Strosse hergestellt. In der parallelen Tunnelröhre schauten sich die Jungingenieure zuerst den Ladevorgang an der Ortsbrust und anschließend die Sprengung der Kalotte an. Ein weiterer Bestandteil der Exkursion war der Ulmenstollenvortrieb im Anschlussbereich zum Hauptbahnhof.
Die Veranstaltung endete mit einem Austausch der Exkursionsgruppen im Rahmen eines gemütlichen Ausklangs in einem schwäbischen Brauhaus in der Stuttgarter Innenstadt.

Im Namen des Forums for Young Engineering Professionals bedanken wir uns für die Organisation und die Ausrichtung des zweiten Treffens sowie für die Gastfreundschaft der Argen ATA und ATCOST21, der Porr Deutschland GmbH und der DB Netz AG.
(Autorinnen: Annika Jodehl und Anna-Lena Hammer, STUVA-YEP – Forum for Young Engineering Professionals)

 

STUVA-YEP: Netzwerk für junge Ingenieurinnen und Ingenieure

Das STUVA-Forum for Young Engineering Professionals, kurz STUVA-YEP, wurde im Dezember 2017 gegründet. Ziel des Forums ist es, junge Ingenieurinnen und Ingenieure zu vernetzen, den Wissensaustausch von Forschung und Praxis zu fördern und eine internationale Vertretung der in Deutschland beschäftigten jungen Ingenieureinnen und Ingenieure zu schaffen. Nähere Informationen zum Forum sind auf der Homepage fyep.stuva.de zu finden.

 

 

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